Petrophaga lorioti - Forschung der anderen Art
7. November 2008 von Kristian
Ich hatte mit einem Wahlspruch bereits auf den zwingenden Zusammenhang zwischen Forschung bzw. Wissenschaft und Freude hingewiesen. Dies wird durch den Verlag Walter de Gruyter, der durch seine Standardwerke in den Bereichen der Geistes- und Naturwissenschaften bekannt ist, am Beispiel der Steinlaus vorgeführt. Eben jene Fantasiefigur aus Loriots Feder hat es bereits 1983 in das Klinische Wörterbuch Pschyrembel geschafft. Ich zitiere aus der 261. Auflage:
Stein|laus: (engl.) stone louse; syn. Petrophaga lorioti; kleinstes einheim. Nagetier (Größe 0,3–3 mm; s. Abb.) aus der Fam. der Lapivora; Erstbeschreibung 1983, tatsächl. eines der ältesten erdgeschichtl. Organismen (fossile Funde); vermutl. urgeschichtl. Einschleppung auf die Erde durch Meteoriteneinschläge; Nachw. von St. (Petrophaga lorioti marsiae) in Mars-Bodenproben; Verbreitung: v. a. in Gebirgen, Wüsten, Großstädten; weltweite Zunahme durch globale Erwärmung wird diskutiert; u. a. als Kommensale (s. Kommensalismus) in verschiedenen menschl. Organen; Ernährung: 1. Gemeine St. (Petrophaga lorioti communis): in freier Natur v. a. von Silikaten; 2. Subspecies Nieren-St. (Petrophaga lorioti nephrotica), Blasen-St. (Petrophaga lorioti vesicae), Gallen-St. (Petrophaga lorioti cholerica): von Kalk-, Bilirubin- od. Cholesterol-Konkrementen*; Berichte von St. in wissenschaftl. Bibliotheken (Papierfraß) u. Steinobst lassen Nahrungsspezialisierung vermuten (vgl. Akzeleration) [...]
Die Steinlausforschung, vertreten durch die Pschyrembel-Redaktion, möchte nun aktuelle Fachbeiträge der Spezies betreffend in einem Wettbewerb ab dem 17. November veröffentlichen.
Ziel dieses einzigartigen Aufrufs ist,
[...] der Öffentlichkeit die wichtige Stellung der Steinlaus in ökologischen, medizinischen, pharmazeutischen wie sozialen Zusammenhängen näher zu bringen.
Oder anders gesagt: Die Steinlaus braucht Dich!
Berlin/ stark bewölkt/ 76% Luftfeuchtigkeit/ 11,4°C

