Zu gut für diese Welt: die Philologische Bibliothek der FU
6. Februar 2009 von Kristian
Manchmal stimmt einfach alles! Die ideale Arbeits- und Lernatmosphäre der Philologischen Bibliothek der FU ist ein solcher Fall. Dies spricht sich dann schnell herum und da wäre auch schon das Problem: zu wenige Plätze für zu viele Studenten. Einzige Lösung: Zugangsbeschränkungen mit Passkontrollen.
Derweil spielen sich dramatische Szenen ab: Freunde werden getrennt - der eine Philologe, der andere nicht – winken sich wie 1961 gegenseitig zu.
So weit muss es aber erst gar nicht kommen. Hier ein paar Vorschläge zur Steigerungen des UA-Faktors (Unattraktivitätsfaktor) in den Bibliotheken, die ich von anderen Häusern kenne. Manchmal kann man auch voneinander lernen:
1. Geräuschkulisse
- Mit einem Radio lassen sich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erledigen: es kann zur Unterhaltung der Bibliothekare beitragen und gleichzeitig den UA-Faktor steigern.
- Teppiche wirken sich dagegen zu dämpfend auf hohe Absätze aus – ich empfehle Echtholzparkett (natürlich ohne Trittschalldämmung).
- Telefone im Lesesaal machen sich immer gut – Testanrufe der Kollegin aus dem Hinterzimmer können die einschlummernden Studenten wach halten.
- Bauarbeiten müssen sein und sollten in keinem Repertoire einer Bibliothek fehlen.
2. Essen- und Getränkeversorgung
- Die Mensa könnte eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt sein – dann kommt vielleicht der eine oder andere nach der Mittagspause nicht zurück. Das sollte allerdings schon in der Planungsphase berücksichtigt werden.
- Das Angebot kann auf Tütensuppen und Bockwurst verringert werden.
- Studenten sind im Regelfall koffeinabhängig – alle Produkte mit dem aufputschenden Bestandteil könnten verteuert werden oder einfach erst gar nicht anbieten – ein Kaffeeautomat mit Pulverzeug steigert den UA-Faktor erheblich.
- Falls Sie den UA-Faktor besonders subtil steigern möchten, richten Sie einfach Kochnischen nur mit Herdplatten ein. Der Clou: sie stellen keine Töpfe zur Verfügung.
3. Internet
- Keine Gruppe in der Bevölkerung reagiert bei diesem Thema so sensibel wie die Studentenschaft. Geben Sie einfach vor, dass es trotz der jährlich steigenden Nutzungsgebühren zusätzlich Millionen kosten würde, die Bibliothek mit einem W-LAN-Netz auszustatten – da widerspricht garantiert niemand mehr – naja, fast niemand.


Super Text Kristian (E.)!! Wir haben sehr gelacht. Ich will mehr davon. So viel das es irgendwann in ein Buch gipfelt. Und dann wünsche ich mir dieses Buch zum Geburtstag. Ich habe im Juli!! Allerdings jedes Jahr, falls du 2009 noch andere wichtige Dinge erledigen musst. Könnte mir aber auch vorstellen das Buch gegen ein lustiges Bild zu tauschen.
Also gib dir Mühe!!! LG der Gordon