Die neue, alte Bequemlichkeit
7. Juli 2009 von Kristian
Heute fand um 19.00 Uhr im Museum für Kommunikation Berlin eine Podiumsdiskussion zum Thema „LEBE LIEBER DIGITAL. Was bleibt im Netz PRIVAT?“ statt. Den Rahmen gab natürlich die Ausstellung @bsolut privat!?, für die man nicht genug werben kann. Nicht, weil sie es nötig hätte, sondern wegen ihres einzigartigen Zugangs zum Thema.
Unter der Moderation von Wolfgang Blau (Chefredakteur ZEIT ONLINE) Kai Biermann (Leiter Ressort Digital ZEIT Online) diskutierten Prof. Dr. Uwe Hasebrink (Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung), Stefan Niggemeier (seines Zeichens Medienjournalist), Dr. Arndt Roller (Geschäftsführer von Parship) und Peter Schaar (Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit).
Irgendwie werden wir dazu gezwungen, unsere Daten preiszugeben. Machen wir es nicht, entgehen uns die vielen Angebote des Webs – seien es verbilligte Tickets oder irgendwelche Sonderrabatte. Doch geht es nur um den Konsum? Selbstverständlich nicht. Hasebrink machte diese eindringlich an einem Beispiel eines afghanischen Mädchens deutlich, das durch einen passwortgeschützten Bereich im Web einen sichereren Ort für ihre Intimität fand, als ein Tagebuch im elterlichen Haus. Das Web als Schutzraum vor dem Zugriff der Familie.
Nun sind es nicht immer die großen Geheimnisse, die wir als Spuren im Web hinterlassen. Das Klicken von Seite A zu Seite B, die Suchbegriffe X in Kombination mit Y, die Verweildauer bei einem bestimmten Thema. Einzeln für sich genommen haben diese Daten wenig Potenzial für Aufregung. Alles zusammen genommen, einer Person zugeordnet aber schon. Nichts Neues. So blieb auch Herr Niggemeier nur die nüchterne Feststellung:
Google weiß alles über mich.
Er nutzt fast alle Dienste, die dann wieder dieses seltsam irreale Bild des gläsernen Web-Nutzers entstehen lassen. Und obwohl wir es alle besser wissen, liefert er auch gleich den Grund.
Es ist doch so bequem - vielleicht auf Dauer nicht die beste Antwort.
Vielleicht nicht, lieber Herr Niggemeier.


Ähm…ich habe an dem von Ihnen hier beschriebenen Event gar nicht teilgenommen. Sie?
Grüße, W. Blau
@ Wofgang Blau: Das passiert, wenn man die Vorstellungsrunde verpasst und dann Namen von Einladungen übernimmt. Tatsächlich sprach der Moderator, der Sie nicht waren, die Diskussionsteilnehmer mit Namen an, nur natürlich nicht sich selbst. Einen Teil der Runde kannte ich auch vom Sehen. Lange Rede kurzer Sinn - mein Fehler. Der Veranstalter nennt Kai Biermann, Leiter Ressort Digital ZEIT Online. Dem werde ich mal glauben. Sorry.
Hallo! Jetzt bin ich lange nicht hier gewesen(Blog-Pause) und muss fest sellen, dass es immer noch sehr interessant auf deiner Seite ist.
Ich hoffe du erinnerst dich (Stöckchen)
Ja es ist wirklich erschreckend wie gläsernd das Internet ist. Aber was würden wir ohne machen?
Liebe Grüße Beate
Ich weigere mich vehement, zu viele Dienste von Google zu nutzen, da ich nicht möchte, dass das Internet alles über mich “weiß”.
Aber wie schon beschrieben - manchen Sachen kann man gar nicht widerstehen, wie zum Beispiel günstigeren Reisen oder Flugtickets…
Das Beispiel mit dem afghanischen Mädchen finde ich sehr interessant. Gibt es da nähere Informationen zu?
Susanne, kann dir nur zustimmen! Über das afghanische Mädchen soll meines Wissens nach jetzt ein Buch herauskommen!
Jetzt ist es bald ein halbes Jahr her - und die Dame mit dem rot-weiß geringelten T-Shirt auf dem Foto ist immer noch beim Einnicken. Der Herr Blogforscher auch?
@ rp_ und alle Leser: Weder Lustlosigkeit noch Lethargie sind Gründe meiner bloggerischen Abstinenz. Die Schuldigen lassen sich namentlich benennen: Gottfried Keller, Ulrich Plenzdorf und Rainer Werner Fassbinder. Eine zugegebener Maßen illustre Runde.
Ende März nehme ich Abschied von ihnen, so dass dann ENDLICH die Blogs wieder gefüttert werden können. Die knurrenden Mägen muss ich bis dahin leider überhören. Wirklich leider!