Die empfehlenswerte Ausstellung über die Tagwerke ist nun endlich von Frankfurt über Nürnberg im Museum für Kommunikation Berlin angekommen. Eindrücke von der Eröffnungsveranstaltung finden sich im dazugehörigen Blog, das unter anderem von Tine Nowak vom Museum für Kommunikation Frankfurt geschrieben wird, dem Ursprungsort der Ausstellung. Im Eintrag bittet sie die Berliner:
Nach einer etwas irritierenden Diskussion in der deutschsprachigen Wikipedia, auf die ich durch die Verlinkungen aufmerksam geworden bin, ist die Begriffserklärung zum Baton bzw. Stöckchen, dessen Autor ich nicht war, über das ich aber auch einst als polarisierendes Phänomen der Blogosphäre geschrieben hatte, am 05. März gelöscht worden. In der Begründung lautet es
wg. nicht dargelegter und zweifelhafter Relevanz: Platz 22 bei der SpOn-”Wir erzählen Ihnen, was sie noch nie wussten, weil’s keiner kennt”-Auflistung reicht nicht, die Sammlung bei twoday.net quillt auch nicht gerade vor Aktivität über, die eine weite Verbreitung vermuten lässt.
Dass der Artikel an sich verbesserungswürdig war, ist einzusehen, aber zweifelhafte Relevanz? Im Wikipediaeintrag zu „Blog“ findet sich ein interessanter Verweis:
Blog-Aktionen
Auf Blogs werden diverse Aktionen durchgeführt, die u. a. dem Informationsaustausch dienen. Auch der Bekanntheitsgrad eines Blogs hängt von solchen Aktionen ab. Bekannte Blog-Aktionen sind Stöckchen, Blog-Karnevals und Blogtouren.
Nun darf man sicher fragen: erschließt sich die Bedeutung hier über den gegebenen Kontext? Ist das Stöckchen der Blogosphäre nicht doch semantisch anders besetzt als das Stöckchen am Baum?
Während sich der eine oder andere weiterhin fragt, was ist eigentlich ein (Blog-)Stöckchen, wirft die Blogosphäre ihre Stöckchen weiter und weiter…
Manchmal stimmt einfach alles! Die ideale Arbeits- und Lernatmosphäre der Philologischen Bibliothek der FU ist ein solcher Fall. Dies spricht sich dann schnell herum und da wäre auch schon das Problem: zu wenige Plätze für zu viele Studenten. Einzige Lösung: Zugangsbeschränkungen mit Passkontrollen.
Derweil spielen sich dramatische Szenen ab: Freunde werden getrennt - der eine Philologe, der andere nicht – winken sich wie 1961 gegenseitig zu.
So weit muss es aber erst gar nicht kommen. Hier ein paar Vorschläge zur Steigerungen des UA-Faktors (Unattraktivitätsfaktor) in den Bibliotheken, die ich von anderen Häusern kenne. Manchmal kann man auch voneinander lernen:
1. Geräuschkulisse
Mit einem Radio lassen sich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erledigen: es kann zur Unterhaltung der Bibliothekare beitragen und gleichzeitig den UA-Faktor steigern.
Teppiche wirken sich dagegen zu dämpfend auf hohe Absätze aus – ich empfehle Echtholzparkett (natürlich ohne Trittschalldämmung).
Telefone im Lesesaal machen sich immer gut – Testanrufe der Kollegin aus dem Hinterzimmer können die einschlummernden Studenten wach halten.
Bauarbeiten müssen sein und sollten in keinem Repertoire einer Bibliothek fehlen.
2. Essen- und Getränkeversorgung
Die Mensa könnte eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt sein – dann kommt vielleicht der eine oder andere nach der Mittagspause nicht zurück. Das sollte allerdings schon in der Planungsphase berücksichtigt werden.
Das Angebot kann auf Tütensuppen und Bockwurst verringert werden.
Studenten sind im Regelfall koffeinabhängig – alle Produkte mit dem aufputschenden Bestandteil könnten verteuert werden oder einfach erst gar nicht anbieten – ein Kaffeeautomat mit Pulverzeug steigert den UA-Faktor erheblich.
Falls Sie den UA-Faktor besonders subtil steigern möchten, richten Sie einfach Kochnischen nur mit Herdplatten ein. Der Clou: sie stellen keine Töpfe zur Verfügung.
3. Internet
Keine Gruppe in der Bevölkerung reagiert bei diesem Thema so sensibel wie die Studentenschaft. Geben Sie einfach vor, dass es trotz der jährlich steigenden Nutzungsgebühren zusätzlich Millionen kosten würde, die Bibliothek mit einem W-LAN-Netz auszustatten – da widerspricht garantiert niemand mehr – naja, fast niemand.
Die Frage beschäftigt mich schon lange, warum Blogger oftmals so freizügig in ihren intimen Schilderungen sind? Neben einer Antwort, die dies zu einer grundsätzlichen Generationenfrage macht, bin ich auf ein Zitat von Richard Sennett gestoßen, das einen möglichen Erklärungsansatz liefert:
Das Absterben des öffentlichen Raumes ist eine Ursache dafür, daß die Menschen im Bereich der Intimität suchen, was ihnen in der »Fremde« der Öffentlichkeit versagt bleibt. Isolation inmitten öffentlicher Sichtbarkeit und die Überbetonung psychischer Transaktionen ergänzen einander. Wenn etwa eine Person glaubt, sich in der Öffentlichkeit vor der Beobachtung durch andere mit Schweigen und Isolation schützen zu müssen, dann wird sie das kompensieren, indem sie sich gegenüber denen, mit denen sie in Berührung kommen will, entblößt. 1
Sennett, Richard (1983): Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität. Aus dem Amerik. von Reinhard Kaiser. 4. Aufl., Frankfurt am Main: S. Fischer, S. 28-29. ↩
Es handelt sich viel mehr um eine Formulierung als um ein Wort, die nach Meinung der Jury
das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf
stellt. Zu meinen Favoriten gehörte in diesem Zusammenhang noch die Kreditklemme, die ja auch suggeriert, dass man nur ein bisschen drücken und schieben müsste, damit diese verflixte Klemme nicht mehr klemmt.
Auf die nachfolgenden Plätze zwei und drei schafften es dann noch Rentnerdemokratie und Karlsruher Touristen.
Herzlichen Glückwunsch den Geehrten.
Nachtrag: Einen Not leidenden Aspekt am Unwort hat noch rp entdeckt, da zwei Schreibweisen zulässig sind. Tatsächlich ist das Verhältnis der Varianten in der Google-Suche nicht unerheblich: 3880 (Not leidend) zu 21700 (notleiden). Da die Duden-Redaktion gern Vorschläge gibt, die eher zur Verunsicherung beitragen, dürfen Sie selbst entscheiden.
In einer Ära des medialen Überangebots, in denen als Aufmerksamkeitsspanne zehn Minuten viel Zeit darstellen, haben es die Klassiker schwer. 500 Seiten oder mehr zu lesen, stellt da einen echten Anachronismus dar. Als Lösung bietet DailyLit die portionierte Variante von Moby Dick bis Die Leiden des jungen Werther als RSS-Feed oder tägliche E-Mail.
Nachdem sich kurz vor Weihnachten der Server verabschiedet hatte, war die Seite für einige besinnliche Feiertage stillgelegt. Die technischen Probleme sind nun beseitigt, die Zwangspause gleich für das Wordpress-Update auf 2.7 genutzt. Die komplette Umstellung der Haupt-Menüleiste auf den linken Rand ist etwas gewöhnungsbedürftig…
Da die Blogabstinenz doch etwas gedauert hat, biete ich ein paar Bilder von einer Zugfahrt nach Fort William am 03. Januar 2009.
Mit Freude habe ich die Ankündigungen von den neuen FAZ-Blogs gelesen. Neben Stefan Niggemeier, der zusammen mit Peer Schader Das Fernsehblog führt, sollten seit Anfang dieser Woche auch der Schriftsteller Clemens Meyer 1 (”Als wir träumten” und “Die Nacht, die Lichter”) und der Literaturkritiker Volker Weidermann auf der FAZ-Plattform bloggen. Leider sind die beiden aber nicht zu finden.
Von den versammelten Autoren schaffen es dann nicht alle, sich vom Feuilleton so recht zu unterscheiden. Es braucht vielleicht etwas Zeit. Um so mehr fallen die sonst unterlassenen Einblicke auf wie etwa bei Matthias Rüpp:
Meine Unterkunft, aus Sperrholzplatten zusammengezimmert, heißt “VIP Room”. Immerhin, ich muss sie während meines Aufenthaltes mit niemandem teilen, die Einheit hat derzeit keinen anderen Besuch. [Ergänzt durch ein privates Foto]
Die erste Woche macht neugierig. Und vielleicht stoßen ja auch noch Clemens Meyer und Volker Weidermann dazu.
Nun steht der erste Advent vor der Tür. Die SommerBlogWiese hat damit wirklich ihre Schuldigkeit getan und wird in den Winterschlaf entlassen. Vom Werden, Sein und Gehen der SommerBlogWiese berichten nochmals abschließend die wöchentlichen Fotos.
Durch den Abend führten Stefanie Suren und Andreas Schepers.
In einem Vortrag – Neudeutsch Keynote – über das Bloggen in Afrika durch Cédric Kalonji auf Englisch setzte sich die Veranstaltung wieder angenehm von der „Wir-feiern-uns-Preisvergabeinflation“ ab. Unter den Bedingungen der kongolesischen Diktatur stellen sich für einen Blogger besondere Herausforderungen, um die freie Meinung äußern zu können. Als Kalanji bei der anschließenden Diskussion in seiner Muttersprache Französisch antworten konnte, sprühten dann auch die Emotionen aus ihm.
Den Höhepunkt sollte dann ein Trommelwirbel ankündigen, der aber nicht so recht trommeln wollte. Yoani Sanchez hat für ihr Blog Generación Y den Preis Best Weblog 2008 erhalten. Da sie nicht persönlich anwesend sein konnte, sendete sie eine Videobotschaft:
Eines Tages wird das reale Leben wie im Cyberspace sein, und dann werden auf dieser Insel alle Bürgerinnen und Bürger in der Lage sein, ihre Meinung frei zu äußern - ohne vorher um Erlaubnis zu bitten. Dieser Preis ist ein neuer Schritt vorwärts auf dem Weg dieses Ziel zu erreichen.
Eine solche Verleihung muss natürlich mit einem obligatorischen Gruppenbild für die Fotografenmeute beendet werden, bevor sich dann alle auf das Buffet stürzen.